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Frühlingsgedichte 

Frühlingssymphonie

Knollen ragen aus dem Baum,
auf Ästen sitzen Vögel wie in Logen.
Sie geben ihnen Lebensraum,
schöne Symphonien erklingen in Wogen.

geschrieben von: Sara Leni Radzio

Der Lebenskreislauf

Nach einem harten, eisgen Winter
blühn rosa Blüten an den Zweigen,
und neuer Saft treibt durch das Holz,
bis sich immer mehr Blüten zeigen.

Das Leben bleibt in seiner Wurzel,
tief in der eignen Urzeit-Wurzel,
daraus entsteht es immer wieder neu
und bleibt der Herkunft ewig treu.

geschrieben von: Sara Leni Radzio

Wolkenverdrängung

Ein Uhu bricht das Taubengegurre,
gefragt ist der positive Glaube.
Ein Licht, das durch die Wolkendecke bricht,
hinter den Birken –

ein Warten auf die Himmelssicht.

geschrieben von: Sara Leni Radzio

Frühlingssehnsucht

Wir warten sehnsuchtsvoll auf die Lerche,
verabschieden die dunkle Nachtigall.
Der helle Frühlingstag soll nun erwachen,
die kalte Nacht wird uns komplett egal.

Wir wollen wieder an den Wannsee gehen,
und uns dort glücklich auf eine Decke legen.
Wir wollen keine Kriegsnachrichten checken,
und nur die guten, frohen Geister wecken.

Wir wollen fröhlich Badminton spielen,
und Schokoladeneis essen in den Eisdielen.
Wir wollen bunte Balkonblumen pflanzen,
und ganz versinken in ewige Romanzen.

geschrieben von: Sara Leni Radzio

Der unermüdliche Kreislauf

Die Bienen summen im Stock.
Spüren sie den Wirtschaftsschock?
Unruhig und hart arbeitend,
ist jeder Flug entscheidend.

Immer mehr Blumen lassen die Köpfe hängen,
doch die Bienen tun ahnungslos.
Der Stock, die Lieferketten, die Logistik müssen laufen, in allen Gängen,
doch wo ist der Nektar bloß?

Sie summen und sie brummen,
sie machen einfach weiter.
Aufgeben ist nicht gescheiter –

es ist ein Kreislauf aus dem Lautwerden und Verstummen.

geschrieben von: Sara Leni Radzio

In Erwartung des Regens

Zwei Graugänse ziehen über Ziegeldächer,
ganz ohne Kurven und ohne Abstecher.

Es wird bald Regen geben,
doch wird er auch ein Segen.

Ergrünen wird die Welt,
rosarot von ihr unter Kirschbäumen erzählt.

geschrieben von: Sara Leni Radzio

Vom Suchen und Finden

Krähen laufen durch das Krokusfeld,
als suchten sie nach Farbe,
ein Jogger rennt übers Sportplatzfeld,
als suchte er nach Hingabe.

Der Glanz des Lebens,
worin liegt er?
Im Vorwärtsstreben?
Im Bewegen?

Oder in der Erinnerung?
Oder in der Meisterung?
Von allen Antworten ein bisschen,
doch vor allem im Umarmen und im Küsschen.

geschrieben von: Sara Leni Radzio

Der erste Zitronenfalter

Der erste Zitronenfalter kehrt zurück.
Strahlend, leuchtend fliegt er durch die Luft und jeder, der ihn sieht, ist entzückt,
von seiner Leichtigkeit, angezogen vom Blumenduft.

Und so setzt er sich aufs Fensterbrett
neben die Windmühle,
bedeutet Leben neben dem Totenbett.
Für einen Moment strandet er in der Frühjahrskühle.

Dann zieht er weiter,
er ist ein Wind- und Lichtgleiter,
er steht für die Seele,
die Befreiung wählte.

geschrieben von: Sara Leni Radzio

Frühlingsboten

Fernes Motorengeräusch in unberührter Natur,
eine Feldmaus streift flink durch den Garten.
Sie geht voller Neugier auf Erkundungstour,
erzählt uns ganz leise, worauf wir warten:

Auf das frische Grün der Zaubernuss,
das blutstillend wirkt, und Wunden heilt,
auf das Wachsen vom Beifuß,
der wärmend durch unsere Blutbahnen eilt.

Auf das blaue Blühen des Lavendels,
im Anblick bereits beruhigend.
Auf das dichte Wachsen des Quendels,
befreiend für Lungen und hustenlindernd.

Die kleine Maus kann es bereits riechen,
der Frühling ist heimlich am Herankriechen.
Er löst uns nun bald aus der Winterstarre,
mit Frieden und Kamelien auf der Sackkarre.

geschrieben von: Sara Leni Radzio

Brigid, die Frühlingsgöttin

Es scheint das Licht in den neuen Tag,
eine Taube begrüßt es mit jedem Flügelschlag.
Flammend setzen weiße Füße ins Gras,
eine Rothaarige nimmt für den Frühling Maß.

Sie geht sie ab, die Rasenfläche,
sät Blumensamen, pflanzt Immergrün an die Bäche.
Schritt für Schritt, mit festem Tritt:
Ihr Name war und ist Brigid*.

Sie stärkt das Leben, nimmt die Winterschwäche,
bricht jedes Eis und schmilzt die Bäche.
Aus trockener Erde wird fruchtbarer Schlamm, sie überzeugt und begeistert jedermann.

Schön klingt das Lied der Poesie aus der Ferne,
Brigids Glaube bringt heilende Wärme.
Das silberne Schwert reflektiert das Winterlicht,
wirft es zurück –
als neues, heilendes Frühlingslicht.

geschrieben von: Sara Leni Radzio

* Brigid: Keltische Göttin, christliche Heilige aus Irland, auch dreifache Göttin der Poesie, Heilkunst und Schmiedekunst, Göttin des Frühlings- und Feuers bzw. Lichts.

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