
Gedichte über Krieg & Frieden

Ein Spaziergang mit Einstein
Ein Spaziergang mit Einstein
Unsere Angst lähmt,
unsere Angst führt zu verrückten Ideen.
Mir war heut',
als ob ich neben Einstein spazierte,
als ob er sich echauffierte, genierte.
Auch er hatte einst Angst gehabt,
was wahrlich nicht an seiner Klugheit lag.
Verschwommen war damals seine Sicht
im untergehenden Sonnenlicht.
Er griff zu Stift und zu Papier,
hat Formel für Formel aufgeführt,
doch war er in Sorge und aufgewühlt,
hat den Zweifel gespürt.
„Nein, das kann nicht sein,
die Atombombe, das Gerücht,
es darf nicht die Wahrheit sein.“
Und tatsächlich war sein Geist strahlender,
der Geist der Nazis um Meilen lahmer.
Leise schwappte das Wasser ans Hafenbecken,
bloß keine bösen Geister wecken.
Kirschblüten blühten am Schattenufer,
ein Blässhuhn wurde zum Freiheitsrufer.
Und ängstlich verkrochen sich Mäuse im Kirchengeläut,
vor der lebensgroßen Falle,
der bösen Teufelskralle.
Gerächt ist, was man bereut.
geschrieben von: Sara Leni Radzio

Frühling, ade?!
Stille legt sich über die laute Nacht,
heute feiern wir den Frauentag.
Letztes Jahr gab es einen bunten Strauß Blumen,
heute bleiben Erinnerungen aus Brotkrumen.
Daran denkt man nicht in fensterlosen Räumen,
wird man vielleicht den Frühling versäumen?
Das ständige Klingeln in dem Ohr
macht taub für jeden Engelschor.
Doch spielt er dennoch leise für euch,
filtert das schreckliche Geräusch.
Stille legt sich über die laute Nacht,
in der auch ich an deiner Seite wach.
geschrieben von: Sara Leni Radzio

Gäste des Frühlings
Wir entwickeln Abwehrkräfte
gegen das kriegerische Fieber.
Der Frühling lädt uns ein, kommt wieder,
und wir sind seine treuen Gäste.
Wir begrüßen ihn mit grünen Wollsocken,
wollen feiern, wollen das Leben rocken,
auf weiten Feldern und in grünen Wäldern,
statt auf zerstörten Trümmerfeldern.
Dem Frühling geht es rein ums Leben,
Blumen wachsen stets neben den Wegen.
Keine Bleiche, keine Leiche kann ihn je bewegen,
nur Buntes und Lebendiges wird aufstehen und sich erheben.
geschrieben von: Sara Leni Radzio

Kriegsraketen
Ein Zischen über dem Frühlingshimmel,
unter ihm blühen Mittelmeerblumen.
Fernes Glockengebimmel,
doch man möchte nicht näher heranzoomen.
Grüne Sittiche unterhalten sich,
mitten im warmen Sonnenlicht.
Es gibt hier nichts, das einer Flucht entspricht,
doch plötzlich ertönt ein Knall!
Verbranntes Geäst.
Kein Echo, kein Hall.
geschrieben von: Sara Leni Radzio

Schwalben der Hoffnung
Schwalben schwirren in der Abendluft,
fiepend hell im Frühlingsduft.
Hinter ihnen die Lichter einer Stadt,
vor ihnen ein Strang von Freiheit, ungekappt.
Noch sind viele Soldaten draußen auf dem Feld,
so viele Seemänner auf den Ozeanen der Welt.
Doch die Schwalben erzählen leise von Hoffnung,
von friedlicher Heimkehr und von Entwaffnung.
Die Kompassnadel bewegt sie nun zur Rückkehr,
sie führt die Männer blind durch das weite Meer.
Noch verbleibt ein wenig bange Zeit –
doch der Frieden ist nicht mehr weit.
geschrieben von: Sara Leni Radzio

Die Welt schreit
Stimmen werden laut,
unter kahlen Bäumen.
Sie dringen unter meine Haut,
ich suche nach Hohlräumen.
Die Welt da draußen schreit,
geht in die Knie vor Leid,
sie weint vor tiefem Kummer,
die Vögel werden stummer.
Berliner Höfe spielen Musik,
nach all den Nachrichten vom Krieg.
Selbst der Mond am Himmel wirkt bleich,
doch im Verborgenen erwacht ein Blütenreich.
geschrieben von: Sara Leni Radzio

Eine Umarmung
Ich schicke dir eine Umarmung,
wenn draußen die Sirene ertönt.
Ich schicke dir eine Umarmung,
wenn der Krieg den Frieden verhöhnt.
Ich schicke dir eine Umarmung,
wenn Dunkelheit den Platz einnimmt.
Ich schicke dir eine Umarmung,
wenn die Angst allen Mut wegnimmt.
Ich schicke dir eine Umarmung,
wenn wieder die Raketen fliegen.
Ich schicke dir eine Umarmung,
und sage dir: Das Gute wird siegen.
geschrieben von: Sara Leni Radzio

Die Rose unter Trümmern
Eine Rose kann unter schwarzem Himmel nicht erblüh’n,
sie kann die giftigen Gase im Raum erfühl’n
und ferne Bomben hör’n.
Nicht einmal ein Stück weit öffnet sie die Knospe,
sie grünt im Verborgenen, tief unter Trümmern,
wartet still auf einen kleinen Lichtschimmer,
auf frisches Wasser und auf Dünger.
Da heben helfende Hände die Trümmer an,
eine Erinnerung, eine Veränderung schreitet voran,
fragte sie doch zuvor noch: „Wann? Oh, wann?“
geschrieben von: Sara Leni Radzio

Im Geiste der Nibelungen
Die Menschheit denkt, sie wäre unbesiegbar,
denkt, der Quell ihres Lebens sei unversiegbar.
Sie badete im Drachenblut von zahllosen Gezeiten,
sonnt sich im Ruhm, im Erfindertum, und wie wir Kriege bestreiten.
Die Menschheit denkt, sie wäre unbesiegbar,
doch fiel ein Lindenblatt auf ihr Herz –
eine schwache Stelle, manchmal voll Schmerz,
eine Erinnerung an das, was es heißt: BESIEGBAR.
Die Menschheit denkt, sie sei durch ihr Denken erhaben,
doch was ist, wenn Menschen vom Gefühl her versagen?
Lass dir kein Kreuz auf dein Hemd nähen, sei stark,
wo ein anderer mit dem Kreuz auf dem Herzen erlag.
Sorge für Hoffnung und baue aus guten Gefühlen einen schützenden Panzer fest um dein Herz.
Wohin wird dich dein Gefühl am Ende wohl führen?
Zum Licht der Genesung oder ins Dunkel voll Schmerz?
geschrieben von: Sara Leni Radzio

Friede im Genießen
Spaghetti Bolognese,
Kerzenschein und eine Flasche vom „la Bastide“ Wein.
Lass etwas herbstliche Nachtluft herein!
Hörst du das Gedicht, das ich dir vorlese?
Von vielen Späßen, Spielen und Abenteuerwiesen.
Lassen wir uns das Leben niemals vermiesen,
wollen es immer voll Freude genießen,
es sollen für uns viele Blumen sprießen.
Wäre Marie Antoinette nicht Königin gewesen,
wäre sie vielleicht ein Vorbild gewesen.
Lebe glücklich, lebe frei,
tanze im Leben und sei!
geschrieben von: Sara Leni Radzio