
Gedichte über Krieg & Frieden

Ein Spaziergang mit Einstein
Unsere Angst lähmt,
unsere Angst führt zu verrückten Ideen.
Mir war heut',
als ob ich neben Einstein spazierte,
als ob er sich echauffierte, genierte.
Auch er hatte einst Angst gehabt,
was nicht an seiner Intelligenz lag.
Verschwommen war damals seine Sicht
im untergehenden Sonnenlicht.
Er griff zu Stift und Papier,
malte Konstrukte, zeichnete Formeln,
mulmig im Bauch, aufgeregt wie ein Stier,
man hörte ihn zweifeln, man hörte ihn murmeln.
„Nein, das kann nicht sein,
das Gerücht, die Atombombe,
es konnte nicht wahr sein."
Und tatsächlich war sein Geist strahlender,
der der Nazis um Meilen lahmer.
Leise schwappte das Wasser gegen das Hafenbecken,
bloß keine bösen Geister wecken,
Kirschblüten blühten am Schattenufer,
ein Blässhuhn wurde zum Freiheitsrufer.
Und ängstlich verkrochen sich die Mäuse im Kirchengeläut,
vor der lebensgroßen Falle,
der Teufelskralle.
Gerächt ist, was man bereut.

Frühling, ade?!
Stille legt sich über die laute Nacht,
heute feiern wir Frauentag,
letztes Jahr gab es einen Strauß Blumen,
heute bleiben nur Erinnerungen aus Brotkrumen.
Daran denkt man nicht in fensterlosen Räumen,
vielleicht wird man den Frühling versäumen?,
das Klingeln im Ohr
macht taub für jeden Engelschor.
Doch spielt er dennoch für euch,
filtert jedes schreckliche Geräusch.
Stille legt sich über die laute Nacht,
in der auch ich an deiner Seite wach.

Gäste des Frühlings
Wir entwickeln Abwehrkräfte,
gegen das kriegerische Fieber,
Der Frühling lädt ein, kommt wieder,
und wir sind seine Gäste.
Wir begrüßen ihn mit grünen Wollsocken,
wollen feiern, wollen rocken,
auf grünen Feldern und Wäldern,
statt auf Trümmerfeldern.
Dem Frühling geht's ums Leben,
Blumen wachsen neben den Wegen,
Keine Bleiche, keine Leiche, kann ihn erregen,
nur Buntes, nur Lebendiges kann aufstehen und sich erheben.

Kriegsraketen
Ein Zischen über dem Frühlingshimmel.
unter ihm Mittelmeerblumen,
fernes Glockengebimmel,
doch man möchte nicht näher heran zoomen.
Grüne Sittiche unterhalten sich-
im Sonnenlicht.
Es gibt nichts, das einer Flucht entspricht.
Doch plötzlich ein Knall!
Verbranntes Geäst.
Kein Echo, kein Hall.

Schwalben der Hoffnung
Schwalben schwirren in der Abendluft,
fiepend im Frühlingsduft,
hinter ihnen die Lichter der Stadt,
vor ihnen, ein Strang aus Freiheit und Frieden, ungekappt.
Noch sind so viele Soldaten auf dem Feld,
so viele Seeleute auf den Ozeanen der Welt.
Doch die Schwalben erzählen von Hoffnung,
von Orientierung und Entwaffnung.
Die Kompassnadel bewegt die Männer zur Rückkehr, sie führt sie blind zur Heimkehr.
Noch verbleibt etwas Zeit.
Doch es ist nicht mehr weit.
geschrieben von: Sara Leni Radzio

Die Welt schreit
Stimmen werden laut,
unter kahlen Bäumen,
sie dringen unter meine Haut,
ich suche nach Hohlräumen.
Die Welt schreit,
geht in die Knie vor Leid,
weint vor Kummer,
die Vögel werden stummer.
Berliner Höfe spielen Musik,
nach all den Neuigkeiten vom Krieg,
der Mond wirkt bleich,
doch im Verborgenen erwacht ein Blütenreich.
geschrieben von: Sara Leni Radzio

Eine Umarmung
Ich schicke dir eine Umarmung.
wenn die Sirene ertönt,
wenn der Krieg den Frieden verhöhnt.
Ich schicke dir eine Umarmung,
wenn Dunkelheit den Platz einnimmt,
wenn die Angst den Mut nimmt.
Ich schicke dir eine Umarmung,
wenn wieder Raketen fliegen,
und sage dir: Das Gute wird siegen.
geschrieben von: Sara Leni Radzio

Wann? Oh, wann?
Eine Rose kann unter schwarzem Himmel nicht erblüh`n,
sie kann giftige Gase erfühl`n
und Bomben hör`n.
Nicht einmal ein Stück weit öffnet sie ihre Knospe,
sie grünt im Verborgenen, unter Trümmern,
wartet auf einen Lichtschimmer,
auf Wasser und Dünger,
Da heben Hände die Trümmer an.
eine Veränderung, eine Erinnerung,
fragte sie doch: „Wann? Oh, wann?“
geschrieben von: Sara Leni Radzio

Im Geiste der Nibelungen
Die Menschheit denkt sie wäre unbesiegbar,
denkt der Quell Ihres Lebens sei unversiegbar,
badete im Drachenblut von x Gezeiten,
sonnt sich im Ruhm des Erfolges von Erfinderreichtum und wie die Menschen Kriege bestreiten.
Die Menschheit denkt sie wäre unbesiegbar,
doch fiel ein Lindenblatt auf ihr Herz,
eine schwache Stelle, manchmal mit Schmerz,
eine Erinnerung an das was es heißt: BESIEGBAR.
Die Menschenheit denkt sie wäre durch Ihre Fähigkeit zu denken erhaben,
doch was ist wenn die Menschen vom Gefühl her versagen? -
Lass dir kein Kreuz auf dein Hemd nähen, sei stark,
wo ein anderer mit dem Kreuz auf dem Herz bereits erlag.
Sorge für Hoffnung und baue aus guten Gefühlen
einen Panzer um dein Herz.
Wohin wird dein Gefühl dich wohl führen?
Zum Licht voller Genesung oder in die Dunkelheit voller Schmerz?
geschrieben von: Sara Leni Radzio

Friede im Genießen
Spaghetti Bolognese,
Kerzenschein und eine Flasche vom „la Bastide" Wein.
Lass etwas herbstliche Nachtluft rein!
Hörst du das Gedicht, das ich lese?
Von vielen Späßen, Spielen und Abenteuerwiesen.
Lassen wir uns das Leben niemals vermiesen
und immer genießen,
es sollen viele Blumen sprießen.
Wäre Marie Antoinette nicht Königin gewesen,
wäre sie ein Vorbild gewesen.
Lebe glücklich, lebe frei,
tanze und sei!
geschrieben von: Sara Leni Radzio