Das Erbe des Drachenhauses

Aktualisiert: vor 7 Stunden

Ein Gedicht über ein historisches Haus im Schloßpark Sanssouci und die unvergängliche Kraft von Kunst und Natur.
Das Erbe des Drachenhauses
Leuchtende Buchstaben auf Pergamentpapier,
sie fangen an zu zittern, zu glühen,
erwachen zum Leben, sind nicht bloße Zier,
verursachen Rauchschwaden, die vom Schreiber herrühren.
Sie sammeln sich im kreisrunden Raum,
flüstern unter den Sitzen aus Urgroßelterns Zeiten
vom alten, längst vergangenen Kaisertraum,
wollen uns in eine Zukunft mit gesunden Reben leiten.
Sie durchdringen heißen Kartoffelsuppendampf,
preußische Kultur hinter Glas, ohne Mühe, ohne Kampf,
sie dringen durch jede Tür- und Fensterritze,
dazu klassische Klänge durch die Türschlitze.
Sie formen erneut einen Drachen über dem Drachenhaus,
einst enttäuscht hinweggepustet vom Kaiser selbst,
bleibt dennoch erhalten, was ein jeder erhält – sei’s auch für eine Weile unbestellt –,
denn einst eingeatmete Kunst muss wieder hinaus.
Und so zieht der Drache nun frei hinüber,
über die prächtig wachsenden Reben rüber,
über die Weisheit und Macht, die kein Kaiser erringt,
sondern im Wandel der Jahreszeiten erklingt.
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