top of page
Autorenbild: Sara Leni Radzio
Sara Leni Radzio
vor 1 Tag
1 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 10 Stunden

Historische Druckerpresse

Ein Gedicht über ein historisches Haus im Schloßpark Sanssouci und die unvergängliche Kraft von Kunst und Natur.


Das Erbe des Drachenhauses


Leuchtende Buchstaben auf Pergamentpapier,

sie fangen an zu zittern, zu glühen,

erwachen zum Leben, sind nicht bloße Zier,

verursachen Rauchschwaden, die vom Schreiber herrühren.


Sie sammeln sich im kreisrunden Raum,

flüstern unter den Sitzen aus Urgroßelterns Zeiten

vom alten, längst vergangenen Kaisertraum,

wollen uns in eine Zukunft mit gesunden Reben leiten.


Sie durchdringen heißen Kartoffelsuppendampf,

preußische Kultur hinter Glas, ohne Mühe, ohne Kampf,

sie dringen durch jede Tür- und Fensterritze,

dazu klassische Klänge durch die Türschlitze.


Sie formen erneut einen Drachen über dem Drachenhaus,

einst enttäuscht hinweggepustet vom Kaiser selbst,

bleibt dennoch erhalten, was ein jeder erhält – sei’s auch für eine Weile unbestellt –,

denn einst eingeatmete Kunst muss wieder hinaus.


Und so zieht der Drache nun frei hinüber,

über die prächtig wachsenden Reben rüber,

über die Weisheit und Macht, die kein Kaiser erringt,

sondern im Wandel der Jahreszeiten erklingt.


 
 
 
Autorenbild: Sara Leni Radzio
Sara Leni Radzio
vor 1 Tag
1 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 21 Stunden

Historische Druckerpresse


Ein Gedicht über Berliner Regen, Erinnerung und den Geist eines besonderen Ortes an der Rudi-Dutschke-Straße.


Das „Sale e Tabacchi“ in Berlin


Oktoberregen tröpfelt auf die Rudi-Dutschke-Straße, ein Film in Schwarz und Weiß entsteht, er zieht durch jede Gasse. Doch man spürt: Die Berliner Geschichte überlebte das Nasse, in Druckerschwärze und Maschinenöl für die Menschenmasse.


Sie ziehen vorbei am großen Fenster der Gründerzeitfassaden, den Regenschirm ganz fest im Griff, auf historischen Pfaden. Manch einer hält im Gehen inne, um kurz nachzusinnen, und sieht den Glanz von neuen Zeiten in einer Kerze glimmen.


Ein Restaurant erstrahlt im warmen, goldnen Lichterglanz, der weite Einblick lädt uns ein zu einem stummen Tanz. Die Informationen der Welt, gedruckt mit lautem Schlag, und Ehrfurcht herrscht an diesem Ort bis auf den heutigen Tag.


Vorbei an weinroter Fassade, wo runde Lampen glühen, sieht man im Geiste noch die Schatten alter Zeiten ziehen. Kein Steueraufschlag wird auf edles Salz erhoben, die Kultiviertheit reicht an diesem Ort bis weit nach oben.


Weder Künstler, Politiker, Architekten, noch wir wollen so schnell von dannen ziehen, noch uns den tiefen Gesprächen an den Tischen entziehen, denn Raum und Geist haben uns ein Gefühl von Heimat verliehen.


 
 
 

Kontakt

Poesie lebt vom Echo. Hinterlasse mir deine Gedanken, eine Anregung oder einfach einen Gruß. Ich freue mich auf deine Nachricht und antworte so schnell, wie es der Rhythmus des Alltags erlaubt.

E-Mail: 

  • Pinterest
  • Facebook
  • Instagram

Hinterlasse deine Nachricht 

 

© 2026 by Poesie Diary. Powered and secured by Wix 

 

bottom of page