Das „Sale e Tabacchi“ in Berlin

Aktualisiert: vor 21 Stunden

Ein Gedicht über Berliner Regen, Erinnerung und den Geist eines besonderen Ortes an der Rudi-Dutschke-Straße.
Das „Sale e Tabacchi“ in Berlin
Oktoberregen tröpfelt auf die Rudi-Dutschke-Straße, ein Film in Schwarz und Weiß entsteht, er zieht durch jede Gasse. Doch man spürt: Die Berliner Geschichte überlebte das Nasse, in Druckerschwärze und Maschinenöl für die Menschenmasse.
Sie ziehen vorbei am großen Fenster der Gründerzeitfassaden, den Regenschirm ganz fest im Griff, auf historischen Pfaden. Manch einer hält im Gehen inne, um kurz nachzusinnen, und sieht den Glanz von neuen Zeiten in einer Kerze glimmen.
Ein Restaurant erstrahlt im warmen, goldnen Lichterglanz, der weite Einblick lädt uns ein zu einem stummen Tanz. Die Informationen der Welt, gedruckt mit lautem Schlag, und Ehrfurcht herrscht an diesem Ort bis auf den heutigen Tag.
Vorbei an weinroter Fassade, wo runde Lampen glühen, sieht man im Geiste noch die Schatten alter Zeiten ziehen. Kein Steueraufschlag wird auf edles Salz erhoben, die Kultiviertheit reicht an diesem Ort bis weit nach oben.
Weder Künstler, Politiker, Architekten, noch wir wollen so schnell von dannen ziehen, noch uns den tiefen Gesprächen an den Tischen entziehen, denn Raum und Geist haben uns ein Gefühl von Heimat verliehen.
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